Iversons neue Heimat
20.12.2006: Allen Iverson wird ab jetzt im Trikot der Denver Nuggets auflaufen, außerdem erhalten die Nuggets noch Ivan McFarlin. Im Gegenzug bekommen die 76ers Andre Miller, Denvers Point-Guard, Joe Smith und zwei Erstrunden-Picks im Draft 2007.
Hohes Risiko
Das Risiko des Spielerwechsels liegt eindeutig auf Denvers Seite. Iverson ist immerhin schon 31 und bringt eine extreme finanzielle Belastung mit. Für die nächsten drei Spielzeiten bekommt er ca. 60 Mio. Dollar. Damit ist Denver das drittteuerste Team der Liga, mehr geben nur die Mavericks und NY Knicks ab. Sollte Iversons Leistung einbrechen, würde das bedeuten, dass Denver so schnell keine Ergänzungsspieler verpflichten könnte. Zusätzlich gibt Denver die Draft-Rechte im nächsten Jahr an Philadelphia ab. D.h. spätestens in drei Jahren werden die Nuggets die negativen Folgen des Wechsels spüren.
Hohe Rendite
Trotzdem hat Denver natürlich einen riesen Fang gemacht. Iverson gehört klar zu den besten Spielern der Welt. Im Team mit Camelo Anthony haben die Nuggets nun beide aktuellen Topscorer in ihren Reihen. Noch wichtiger, Iverson bringt dem Team außerdem höchste Einsatzbereitschaft. Der Club hatte in den vergangenen Spielzeiten regelmäßig an Lethargie gelitten. Mit Iverson in den Reihen, dürfte das so schnell nicht mehr passieren.
Außerdem sind nun die Negativ-Schlagzeilen um Denver etwas in Vergessenheit geraten, so wurden z.B. kurz nachdem der Wechsel bekannt wurde 340 zusätzliche Tickets verkauft.
Nuggets setzen auf heute, Philadelphia auf morgen
Für Denver muss sich der Wechsel schnell auszahlen. Sie sind durch die Verpflichtung sofort in den Favoritenkreis aufgenommen worden und spätestens nächstes Jahr müssen sie die Erwartungen auch erfüllen. Wie ihre Mannschaft in fünf Jahren aussieht ist ihnen relativ egal. Sie haben natürlich einen extremen Vorteil, Anthony gehört schon zu den Besten und ist noch nicht mal 23, wenn Denver ihn im Team und bei Laune halten kann, werden sie schnell Zukunftsproblem bekommen.
Bei Philadelphia sah die Lage anders aus. Sie waren nicht bereit, ihre Zukunft aufs Spiel zu setzen und um Allen Iverson herum ein Spitzenteam zu formen. Sie wollten lieber jetzt einen Neustart, als in drei bis vier Jahren. Zu dem Zeitpunkt wäre der Umbruch spätestens erfolgt und dann umso tiefer ausgefallen.
