Routiniers oder Newcomer?
6.6.07, NBA Finals-Vorschau von Kai Jentson
Am Donnerstag den 7.6. beginnt die Finale Serie der diesjährigen Saison. Aus dem Westen kommt mit den San Antonio Spurs eine Mannschaft, die seit Jahren zum engsten Favoritenkreis gezählt wird. Im Westen setzten sich die Cleveland Cavaliers durchaus überraschend gegen den Favoriten aus Detroit durch.
Das Finale Duell dieses Jahr kann sicherlich als ein treffen der Generationen beschrieben werden in dem das erfolgsverwöhnte Ensemble der Spurs, von den jungen Cavaliers herausgefordert wird.
Die San Antonio Spurs
Die Spurs gehören klar zu den stärksten Mannschaften der letzten zehn Jahre (Höhepunkte waren sicherlich die Meisterschaftsgewinne 1999, 2003 und 2005). Bereits vor der Saison wurden sie, wie selbstverständlich, zum engsten Favoritenkreis gezählt.
Dreh und Angelpunkt auf Seiten San Antonios ist nach wie vor Tim Duncan. Seit dem er vor zehn Jahren zu den Spurs kam, war das Team ununterbrochen erfolgreich.
Duncan zeichnet sich in erster Linie durch seine unglaubliche Konstanz aus. Kein weiterer Spieler kann an jedem Abend eine dermaßen gleichbleibende Leistung auf diesem Niveau aufs Basketball-Parkett bringen.
Trotzdem vereinnahmt Duncan mit seinem riesigen Talent nicht den Rest des Teams. Im Gegenteil er genügt sich damit, konstante Leistung zu bringen und überlässt das Glänzen seinen Kollegen, vor allem Manu Ginobilli und Toni Parker.
San Antonios größte Stärke liegt sicherlich in der Defensive. Mit Duncan und Bowen haben Sie zwei der stärksten Verteidiger auf den jeweiligen Positionen in ihren Reihen.
Duncans Präsenz unterm Brett ist dabei so stark, das viele Teams gegen die Spurs kaum in die Zone penetrieren, sondern ihr Glück in der Halbdistanz versuchen.
Die Herausforderer - Cleveland Cavaliers
Die Cavs sind sicherlich das Team der Zukunft (speziell im Osten). Das Sie jedoch schon in dieser Saison die Finals erreichen würden, hätten vor der Saison sicherlich nur die wenigsten Experten gedacht
Der Hauptgrund für den Erfolg ist sicherlich die weitere Leistungssteigerung ihres Topstars Lebron James. Der ist gerade erst 22 Jahre alt und gehört schon klar zu den besten zehn Spielern der Welt.
Auch wenn sein Spiel deutlich spektakulärer aussieht, ähnelt seine Spielphilosophie der von Tim Duncan. Er delegiert seine Mitspieler lieber, als sein Glück im Alleingang zu versuchen.
Schlüssel zum Erfolg gegen die Pistons war deshalb auch, das seine Mitspieler mehr Selbstvertrauen bekamen, besonder der Rookie-Aufbauspieler Daniel Gibson nutze die Freiräume, die Lebron ihm verschaffte und erzielte im sechsten Spiel 31 Punkte (er versenkte unter anderem alle seine fünf Dreipunktewürfe).
Die Prognose
Grundsätzlich sind die Spurs das vielleicht stärkste Playoff Team des bisherigen Jahrtausends. Mit ihrer Erfahrung und Kaltschnäutzigkeit sind Sie speziell in der entscheidenden Phase, in denen anderen Teams manchmal die Nerven versagen, eine Macht. Jedoch zeigte sich in dieser Saison, das die Cavaliers scheinbar direkt konzipiert sind um die Spurs zu knacken (zwei Siege).
Besonders James stellt die Spurs vor Probleme, die sie mit keinem anderen Spieler der Welt haben.
Die meiste Zeit wird er von Bruce Bowen bewacht, gegen den kaum ein Spieler wirklich gut aussieht. Lebron James scheint jedoch kaum Probleme mit dem unangenehmen Gegenspieler zu haben, so hat Bowen zum Beispiel immer noch kein Mittel gegen den Fade-Away-Shot von James gefunden.
Und selbst in der Zone setzt sich James gegen die Spurs-Abwehr durch, ein Kunststück das eigentlich kaum gegen Spieler wie Duncan gelingen sollte.
Sollten sich die Spurs durchssetzen, dann nur Aufgrund Ihrer großen Erfahrung und Nervenstärke. Ansonsten werden sie sich auf ihrem Weg zum vierten Titel sicherlich kaum einen Gegner weniger gewünscht haben, als die Cavs.
Tip:
In den Duell wird sich das Team durchsetzen, das weniger leichte Chancen vergibt. Aufgrund der Erfahrung sollten es eigentlich die Spurs sein, aber leicht wird die Aufgabe garantiert nicht, deshalb:
Sie Spurs werden sich in einer knappen Serie im siebten Spiel auch aufgrund des Heimvorteils durchsetzen.
