Muhammad Ali
„Float like a butterfly, sting like a bee“
Muhammad Ali wird von vielen als der beste Schwergewichtsboxer aller Zeiten angesehen.
Der Amerikaner wurde am 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky als erster von zwei Söhnen geboren. Die Verhältnisse waren von Anfang an sehr arm und aus einer Wut über sein geklautes Fahrrad kam der 12 Jährige zum Boxsport und erhoffte sich so den Dieb irgendwann bestrafen zu können.
Er konnte in seinen Anfangsjahren schnell etliche Amateurtitel gewinnen und stieg immer mehr auf.
1960 begann mit dem Sieg der Goldmedaille bei den olympischen Spielen in Rom seine Profikarriere.
Da er am Anfang weniger Aufsehen als irgendwelche Wrestler hatte orientierte er sich am Wrestler Gorgeous George und stellte vor seinen Kämpfen Prognosen auf in welcher Runde oder wie er seinen Gegner zur Niederlage bringen würde.
Er wurde in der Folge bekannt für provokante und selbstsichere Äußerungen.
1964 gewann das unter dem Namen Cassius Marcellus Clay Jr. geborene Supertalent Muhammed Ali den ersten Weltmeistertitel.
In der sechsten Runde zeigte er all seinen Kritikern mit dem Sieg gegen Sonny Liston was für ein Ausnahmetalent er ist.
1967 wurde Ali der Weltmeister Titel aberkannt, weil er den Wehrdienst nicht antreten wollte. Er wurde daraufhin zu fünf Jahren Gefängnis und 10.000$ Geldstrafe verurteilt.
Er konnte jedoch durch Kaution auf freiem Fuß bleiben. Die Boxlizenz verlor er trotzdem und konnte somit erst 1970 wieder in den Ring steigen.
Er war jedoch nicht mehr so flink wie früher und für die jungen Boxer ausguckbarer geworden, im sogenannten Kampf des Jahrhunderts zweier ungeschlagener Weltmeister verlor er das erste Mal gegen Joe Frazier.
Ali kämpfte sich nach dem Kampf wieder ran und schlug alle potentiellen Gegner des Weltmeisters. Im Kampf gegen Ken Norton im März 73 musste er seine zweite Niederlage hinnehmen.
Aber Ali kämpfte weiter, insbesondere in und mit den Medien, indem er seine von früher bekannte Sprücheklopferei fast zur psychologischen Kriegführung ausbaute.
Seine Betreuer riefen ihm vor seinen Kämpfen gemeinsam den Wahlspruch „Float like a butterfly, sting like a bee“ („Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“), zu welcher Ali früheren Kampfstyl verdeutlichte.
Im September 1973 kam es zur Revanche zwischen Ali und Norton welche Ali für sich entscheiden konnte.
1974 kam es dann zu einer noch bedeutenderen Revanche für Ali gegen den inzwischen entthronten Joe Frazier.
Ali hatte sich den Weg freigekämpft um gegen Weltmeister George Foreman (Olympiasieger von 1968. Er war in 40 Profikämpfen ungeschlagen und schlug die meisten seiner Gegner innerhalb weniger Runden K.o.).
Ali traute man jedoch keine Überraschung mit und so wurden auf manch Sender schon Abschiedsbeiträge für den wohl bekanntesten Boxer der Geschichte ausgestrahlt.
Am 30.Oktober kam es dann zum sogenannten „Rumble in the Jungle“.
Etwa ab der 4. Runde begann er - kurz zuvor noch „in den Seilen liegend“ - ab der Mitte der jeweiligen Runden zunehmend mit präzisen und schnellen Kombinationen seinen Gegner zu attackieren. Kurz vor Ende der 8. Runde schlug Ali dann mit zwei schnellen Links-Rechts-Kombinationen und insgesamt neun aufeinander folgenden Kopftreffern Foreman nieder; der letzte und siegbringende Schlag traf diesen an der rechten Schläfe. Foreman taumelte, drehte sich zur Hälfte um seine eigene Achse, und während er zu Boden sank, zeigten die zuckenden Fäuste Alis, dass dieser offensichtlich überlegte, zur Sicherheit noch einen Kopftreffer zu landen, was er aber unterließ.
Ali war wieder Weltmeister und Foreman ausgezahlt.
Nach zwei Titelverteidigungen im Jahre 1977 gegen Earnie Shavers und Alfredo Evangelista, boxte Ali am 15. Februar 1978 gegen Leon Spinks, der zwar Olympiasieger von 1976 im Halbschwergewicht war, aber als Profi erst sieben Kämpfe bestritten und dabei sechs Siege und ein Unentschieden erzielt hatte. Ali nahm Spinks nicht ernst und stieg untrainiert und mit Übergewicht in den Ring; sein unbekannter Gegner nahm ihm völlig überraschend seine beiden Titel ab.
Leon Spinks duldete jedoch eine Revanche und Ali konnte sieben Monate später durchtrainiert sich den dritten Weltmeistertitel sichern.
Nach diesem Sieg trat der 36-Jährige Ali vom Boxsport zurück. Zu diesem Zeitpunkt war seine Sprache wegen seiner Parkinsonerkrankung bereits undeutlich geworden.
Im Herbst 1980 versuchte Ali zum vierten Mal Weltmeister zu werden, diesmal gegen seinen früheren Sparringspartner Larry Holmes. Der Promoter war Don King. Nach zehn Runden beendete Alis Trainer den Kampf. Danach ließ man Ali in den USA nicht mehr boxen, so dass Alis letzter Kampf gegen Trevor Berbick am 11. Dezember 1981 als „Drama auf den Bahamas“ stattfand. Ali war zu diesem Zeitpunkt bereits von seiner Krankheit gezeichnet und verlor klar nach Punkten.
Ali äußert sich oft durch politische Interessen und er wird 1999 zum Sportler des Jahrhunderts gewählt.
