Capoeira-Geschichte
Die Ursprünge des Capoeira (mit Füßen und Köpfen ausgeführte Schläge) wurden von afrikanischen Sklaven nach Brasilien gebracht.
Vor etwa 300 Jahren verschleppten die portugiesischen Kolonialherren viele Afrikaner und brachten sie zu brasilianischen Plantagen, wo sie in Unterdrückung leben und arbeiten mussten. Die Sklaven waren unterschiedlicher Herkunft und sprachen unterschiedliche Sprachen. Die Kampf-Künste, die (heimlich! Es war lange verboten aus Angst vor Wiederstandskraft) in der spärlichen Freizeit geübt und praktiziert wurden, waren Dialog- und Verteidigungsmöglichkeit. Sie vermischten sich untereinander und wurden durch andere brasilianische Kampf-Arten ergänzt. Eine eindeutige „Ur-Form“ des Capoeira gibt es also nicht.
In den Städten schlossen sich hauptsächlich junge Männer zu Gruppen oder Banden zusammen. 'Mit Hilfe von Capoeira bekriegten sie sich, oder die Staatsgewalt, oder gestalteten dadurch schlicht Ihre Freizeit. Was man heute als Capoeira bezeichnet, sind leicht abgewandelte Formen des im 18./ 19. Jahrhundert vor allem in dem Gebiet Bahia in Brasilien und der Stadt Rio de Janeiro praktizierten Kampf-Kunst-Stils, der von dem Meister „Bimba“ geprägt wurde. Dieser entwickelte Übungseinheiten für Anfänger und teilte seine Schüler in verschiedene Fertigkeits-Grade ein. Vorher hatte es so etwas nicht gegeben. Meister Bimba präsentierte seine Kampf-Künste auch vor der brasilianischen Regierung, die daraufhin diesen Sport zum National-Sport erklärte.
Seit dem letzten Jahrhundert wurde Capoeira nach und nach von Menschen aller Hautfarben praktiziert und fand in Europa zunehmend Beliebtheit und Verbreitung. Es gibt viele nationale und internationale Verbände und Vereine, in denen Capoeira gelehrt und gelebt wird - jeder unterscheidet sich ein wenig durch die von Mund zu Mund weitergegebene Entstehungsgeschichte des Capoeiras, und auch durch die Techniken, die ständig individuell verändert und erweitert werden.
