So wird Texas Hold'em gespielt
Texas Hold'em ist eine Pokervariante, bei der jeder Spieler zwei eigene Karten hat, die nur er sieht und Fünf Karten offen liegen, die allen gehören. Der ausführliche Spielablauf geht folgendermaßen:
1. Vorbereitung
- Gespielt wird mit einem französischen 52er Kartenblatt. Spielerzahlen von 2 bis 10 sind zulässig.
- Jeder Spieler kauft bei der Bank einen bestimmten Satz Jetons (Buy In). Capara empfiehlt nach unterschiedlichen Regeln folgendes Startkapital:
- Das ca. 100-fache vom anfänglichen Small-Blind, wenn man sich kein neues Kapital dazukaufen darf (z.B. auf Turnieren im Fernsehen, von uns empfohlene Methode für das Spiel mit Freunden).
- Das ca. 40-fache vom Small-Blind, wenn man Kapital dazukaufen darf (üblich in Casinos).
- Ein Geber (Dealer) wird gelost (mittels höchster gezogener Karte). Zur Erkennung bekommt er den Dealer-Button vor sich gelegt (häufig gibt es auch einen offiziellen Geber von der Bank)
2. Allgemeines zur Wettstruktur im Poker
Es gibt für einen Spieler, der an der Reihe ist, in jeder Wettrunde fünf verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten:
- Wurde in der Wettrunde noch kein Einsatz erbracht kann der Spieler zwei Dinge tun:
- Check: Der Spieler entschließt sich abzuwarten und keinen Einsatz zu bringen. Häufig wird dafür als Zeichen auch nur auf den Tisch geklopft.
- Bet: Ein Spieler bringt einen Einsatz innerhalb der Limits, den die anderen auch bringen müssen um im Spiel zu bleiben.
- Wurde in der Wettrunde bereits ein oder mehrere Einsätze gebracht, gibt es folgende Möglichkeiten
- Call: ein Spieler will weiterhin im Spiel bleiben, möchte aber nicht erhöhen. Dazu muss er seinen bisherigen Einsatz so weit erhöhen, dass er insgesamt mit dem in dieser Runde höchsten erbrachten Einsatz gleich zieht.
- Pass: Ein Spieler entschließt sich auszusteigen. Er hat dann keine Chance mehr auf den Gewinn des Einzelspiels. Häufig gibt der Spieler als Geste einfach seine Karten in die Mitte, aber nicht offen, um das weitere Spiel nicht zu beeinflussen.
- Raise: Der Spieler entscheidet sich den bisher erbrachten Einsatz zu erhöhen. Das heißt er muss mit dem bisherigen Einsatz gleich ziehen (Call) und darf dann innerhalb der vorher festgelegten Limits erhöhen.
3. Ablauf einer Wettrunde
- Jede Wettrunde wird immer vom Spieler eröffnet der hinter dem Geber (Dealer) sitzt.
- Er hat jetzt eine der Möglichkeiten Bet oder Check (siehe 2.)
- Ausnahme ist die erste Wettrunde: Dort kann er nicht aussteigen (Pass) sondern muss eine Bet abgeben. Den so genannten Small-Blind, dessen Höhe am Anfang vereinbart wird und der bereits als Bet gilt.
- Jetzt ist der nächste Spieler (im Uhrzeigersinn an der Reihe) er hat jetzt eine der in Absatz 2 beschriebenen Möglichkeiten.
- Ausnahme ist wieder die erste Wettrunde: Dort kann er nicht aussteigen (Pass) sondern muss eine Bet abgeben. Den so genannten Big-Blind, dessen Höhe normalerweise der doppelte Small-Blind ist und der bereits als Raise gilt. Das heißt der Spieler muss den Small-Blind um einen weiteren Small-Blind erhöhen.
- Die jeweilige Wettrunde ist beendet, wenn nach dem letzten Einsatz (Bet) oder Erhöhung (Check) eine komplette Runde lang kein weiterer Spieler erhöht hat. Erhöhen sich jedoch mindestens zwei Spieler immer gegenseitig weiter, kann eine Wettrunde prinzipiell beliebig lang dauern.
4. Das Spiel
- Der zu Beginn geloste Dealer (Absatz 1.) verteilt im Uhrzeigersinn
- Jeder Spieler erhält zwei verdeckte Karten (die nur er anschauen darf) und die er über das gesamte Spiel behält.
- Die erste Wettrunde (Absatz 3) beginnt
- Wobei der erste nach dem Dealer auf jeden Fall den Small-Blind setzt und der zweite den (doppelt so hohen Big-Blind)
- Das Spiel läuft jetzt im Uhrzeigersinn, wobei jeder Spieler mindestens den Big-Blind setzen muss (geht aus der Wettstruktur, Absatz 2) hervor.
- Weitere Pflichteinsätze (außer Blind) gibt es bei Texas Hold'em nicht
- wurde der höchste Einsatz von den folgenden Spielern nicht erhöht, endet die erste Wettrunde
- Der Flop: Jetzt werden drei Karten offen hingelegt, die allen verbliebenen Spielern gehören.
- Eine neue Wettrunde beginnt (Absatz 3).
- Die Turn-Karte: Zum Flop wird eine weitere Karte offen hingelegt, die allen verbliebenen Spielern gehört.
- Die dritte Wettrunde beginnt (Absatz 3).
- Die River-Karte: Die fünfte und letzte Karte wird öffentlich gelegt.
- Die vierte und letzte Wettrunde beginnt
- Zu diesem Zeitpunkt kann jeder Spieler die Stärke seines eigenen Blattes komplett abschätzen. Sein Blatt besteht aus der bestmöglichen 5-Karten-Kombination, die der Spieler aus seinen eigenen Zwei und den fünf öffentlichen basteln kann. (Die Reihenfolge findet Ihr hier)
- Der Showdown: Wenn mindestens zwei Spieler noch im Spiel sind deckt jetzt der Spieler der in der letzten zuletzt erhöht (oder eine Bet platziert) hat seine Karten auf (wenn es keiner gemacht hat, der erste Spieler hinter dem Geber). Dann der nächste im Uhrzeigersinn.
- Der Gewinner: Ist der Spieler, der als einziges übrig ist, bzw. der im Showdown aus seinen zwei Karten und aus den öffentlichen Fünf das Beste 5er Blatt zusammenstellen kann. Die Rangfolge der 5er-Blätter steht hier.
- Das nächste Spiel beginnt, wobei der Geber (der Dealer-Button) um einen Platz im Uhrzeigersinn wechselt.
6. Sonderfall: das All-Inn
Angenommen Spieler A hat mehr gesetzt, z.B. 1000 €, als Spieler B besitzt, z.B. 500 €. Dann kann Spieler B All-In gehen, d.h. er setzt dabei alles was er hat.
Wenn Spieler B gewinnt, bekommt man nur 500€ von seinen verbliebenen Gegnern, dass was er selbst gesetzt hat. Den restlichen Gewinn bekommt nach dem Showdown der mit dem zweitbesten Blatt.
Spieler B nimmt aber automatisch auch am Showdown teil.
7. Begriffserklärung
Alle wichtigen Begriffe findet Ihr noch ein Mal im Glossar erklärt.
