Neuling gewinnt die 94. Tour de France
1.8.2007
Die diesjährige Tour de France stand ganz im Schatten von Verdächtigungen und Anklagen - Nebenbei hat auch noch jemand gewonnen: Alberto Contador, ein hochtalentierter aber nicht unverdächtiger Neuling aus Spanien.
Bereits vor dem Beginn der Tour war klar, dass kaum ein Zuschauer oder Experte einen völlig reibungslosen Verlauf des Events erwartete. Zwar versuchte die UCI mit einer Ehrenerklärung der Radsportler, ihr angeschlagenes Ansehen wieder herzustellen, aber selbst damals nahm kaum einer dieses Schreiben ernst. Da mit Winkurow, Sinkewitz und Moreni auch drei mittlerweile überführte Dopingsünder unterschrieben, zeigt sich der Wert des Papiers noch mehr.
Dabei war diese Tour eine der spannendsten der letzten Jahre. Bevor es in die Berge ging konnte kaum ein Favorit ausgemacht werden. Bis sich dann Rasmussen immer mehr absetzte. Zu dem Zeitpunkt war jedoch schon das gesamte Astana-Team (als stärkstes Team) aufgrund des Dopingfalls von Alexander Winkurow zurückgetreten.
Michael Rasmussen übernahm das gelbe Trikot nach der 8. Etappe und schien auf der Strecke bereits unschlagbar. Abseits jedoch mehrten sich die Zweifel am Spitzenreiter, der zwischenzeitlich wegen widersprüchlicher Angaben zu seinen Trainingsaufenthalten aus dem dänischen Nationalkader gestrichen wurde.
Nach der 16. Etappe war es dann soweit, das Team Radobank feuerte den Spitzenreiter, wodurch der bis dato zweitplatzierte Newcomer, Alberto Contagnon, kampflos an die Spitze rückte.
Letzlich gewann der junge Spanier mit 23 Sekunden Vorsprung vor Cadel Evans die Gesamtwertung der Tour de France 2007.
In Spanien wurde der Sieger mit einer Euphorie gefeiert, die mit jeder Fußballweltmeisterschaft mithalten kann. Trotzdem gibt es auch gegenüber Contagnon abseits von Spanien viele Verdächtigungen und Zweifel. Bei der Untersuchung der Akten des Dopingarztes Fuentes, wurde das Kürzel A.C. häufiger mit Contagnon in Verbindung gebracht.
Bleibt uns allen letztlich nur das Fazit: Die Tour ist vorbei und es war eine wirklich spannende Tour, leider nicht nur aus sportlicher Sicht sondern auch aus einer juristischen Neugier heraus. Wenn das Radsportereignis in den nächsten Jahren nicht immer mehr zur Tour de Farce verkommen möchte, sollten sich die Verantwortlichen einiges Einfallen lassen.
