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Geschichte

Wie in vielen Ländern, aus denen Kampfsportarten hervorgegangen sind, gibt es auch in Korea eine Jahrhunderte alte Tradition der Kampfkünste.

Entstehung und Entwicklung des Taekwondo im 20. Jahrhundert

1910 wurde Korea nach der Joseon-Dynastie von Japan annektiert. Kultur und Geschichte Koreas, wurde systematisch unterdrückt und verboten. Das galt auch für traditionelle koreanische Kampfarten wie Taekgyeon und Ssireum.

Die 5 Ursprungsstile

Nach der Unabhängigkeit Koreas im Jahr 1945 kehrte eine Handvoll Koreaner zurück, die im Ausland, also in Japan und der Mandschurei, vor allem japanisches Karate gelernt hatten. Sie eröffneten die 5 ursprünglichen Kampfkunst-Schulen, aus denen später das Taekwondo entstehen sollte:

• Lee Won-Kuk hatte Shotokan-Karate bei Gichin Funakoshi gelernt und begann bereits 1944, Dangsudo in seiner Schule, dem Cheongdo-Kwan („Halle des wahren Weges“) in Seoul, zu unterrichten. Lee flüchtete 1953 aus politischen Gründen nach Japan und emigrierte 1976 in die USA.

• Hwang Ki lernte ab 1936 in der ebenfalls japanisch besetzten Mandschurei vermutlich Karate, auch wenn er den Stil später als einen chinesischen ausgab. 1945 gründete er in Seoul den Moo Duk Kwan (etwa „Halle der Kampftugenden“). Seinen Stil nannte er zunächst ebenfalls Dangsudo, später dann, in Korea, Subakdo. Auf internationaler Ebene behielt er den Namen Dangsudo (geschrieben „Tang Soo Do“, abgekürzt TSD) bei, unter dem sein Stil vor allem in den USA heute noch betrieben wird.

• Chun Sang-Sup hatte Judo und Karate während seines Studiums in Japan gelernt und schloss sich 1946 dem Yeonmu-Kwan an, der größten Seouler Judo-Schule, wo er neben Judo auch Gongsudo unterrichtete. Chun gilt als im Korea-Krieg verschollen. Seine Schüler änderten den Schulnamen daraufhin in Jido-Kwan („Weg der Weisheit“).

• Yoon Byung-In kehrte als ranghöchster koreanischer Karateka aus Japan zurück, wo er bei Kanken Toyama (Shudokan-Stilgründer) den 5. Dan im Shudokan-Karate erreicht hatte. Er soll in der Mandschurei auch Kwon Bop (chinesisches Quanfa/Kung fu) gelernt haben.

Ebenfalls 1946 gründete er den Changmu-Kwan im Seouler YMCA und nannte seinen Stil (vermutlich aus politischen, das heißt anti-japanischen Gründen) Kwon-Bop („Faustmethode“). Yoon wurde vermutlich während des Korea-Krieges nach Nordkorea verschleppt.

• Ro Byung-Jik hatte zusammen mit Lee Won-Kuk Shotokan-Karate bei Gichin Funakoshi gelernt und trug bei seiner Rückkehr den 1. Dan. Seine erste Schule gründete er bereits vor der Unabhängigkeit in Kaesŏng im heutigen Nordkorea, zog aber mangels Erfolg 1946 nach Seoul und eröffnete dort den Seongmu-Kwan (abgeleitet von „Seong Do Kwan“, der koreanischen Aussprache des japanischen Shotokan).

Die 5 Ursprungsstile basierten also auf die eine oder andere Art auf Karate und wurden deshalb den Menschen als koreanisches Karate vorgestellt.

 

Die Taekwondo-Verbände

Nach dem Koreakrieg prägten viele Militärs, insbesondere Choi Hong-hi, der als Urvarter des Taekwondo gehandelt wird, das Taekwondo. Es wurden verschieden Verbände gegründet (beispielsweise die Korean Taesoodo Association [KTA]) und wieder zerstritten bis die „Internationale Taekwondo Federation“ (ITF) gegründet wurde. Dieste spaltete sich wieder in die „World Taekwondo Federation“ (WTF) auf.

Seit 1980 gibt es Taekwondo bei den Olympischen Spielen, seit dem Jahr 2000 ist Taekwondo eine vollwertige Disziplin.

 

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